Das hier ist Teil 2 der Geschichte, wie ich dazu kam diesen Blog zu starten und was mich veranlasst hatte meine komfortable Lebenssituation radikal zu ändern. Zugleich ist es auch eine Art Jahresrückblick. Den ersten Teil gibt’s hier.

Wo waren wir stehengeblieben? März. Viel World of Tanks, ein bisschen YouTube, Mintos Arbitrage und Cashflow Quadrant. Auf der Arbeit war nichts passiert.

April – Im Westen nix neues

Nicht nur im März, sondern auch im April ging es außerhalb der Projekte an sich im Büro nach wie vor nicht voran. Da gibt’s nicht viel zu erzählen.

Privat allerdings schon: Ich habe meinen ersten Steuerbescheid und damit die erste Steuerrückerstattung erhalten. Diese habe ich in Mintos investiert. Kurz darauf habe ich allerdings mit der Arbitrage aufgehört, da es immer weniger lohnenswert war und ich die Zeit lieber in Weiterbildung stecken wollte. Denn Bildung hat eine höhere Rendite.

Nichtsdestotrotz habe ich da knapp 170€ Gewinn erwirtschaftet. Nicht schlecht für den Anfang.

Die Weiterbildung betrieb ich dann auch mit einem neuen Hörbuch: Kopf schlägt Kapital von Günter Faltin. Das war neben dem 4 Stunden StartUp, welches ich 2017 gehört habe, nochmal ein Augenöffner in Hinblick darauf, mit welch geringen Mitteln man heutzutage ein Unternehmen starten oder ein einfaches Projekt durchführen kann. Wenn man denn sein Gehirn benutzt, die Gegebenheiten hinterfragt und für neue Technologien offen ist.

Nebenbei gab es noch ein paar weitere YouTube Sessions zu allen möglichen Finanzthemen und das übliche “World of Tanks”-Geballer und Herum-Genörgel an diesem und jenem Umstand, den man ja nicht ändern kann.

Mai – Das Ende bei World of Tanks – erste Zielsetzungen

Es war soweit. Ich hatte viel über Aktien und ETFs und die Börse gelesen, gehört und gesehen. Ich glaubte über alles Bescheid zu wissen und wollte meinen ganzen Freundeskreis missionieren. In die Tat umgesetzt hatte ich dabei noch nichts. Doch im Mai setzte ich meinen ersten Sparplan für einen ETF auf und habe meine ersten Einzelaktien gekauft.

Um zu wissen, wie so etwas läuft, waren die Aktien, die ich kaufte von dem Unternehmen, in dem ich arbeitete. Dazu fragte ich beim Finanzvorstand an, ob und wann ich wie kaufen darf oder ob es Insiderhandel wäre. Zu dem Zeitpunkt gab es keine zu veröffentlichen Informationen, die noch unter Verschluss waren und so bekam ich die Freigabe und platzierte eine Kauforder über meine Hausbank.

Am Ende des Tages war ich Aktionär. Übrigens war der Kauf kurz vor dem Allzeithoch, bevor es wieder um einiges nach unten korrigierte.

Die Aktie hatte über 100% im vergangenen Jahr zugelegt. Das sieht jetzt anders aus. Später hatte ich nochmal zu einem viel niedrigeren Kurs nachgekauft, aber trotzdem bin ich aktuell knapp 15% im Minus bei der Position. Aus Gründen, auf die ich hier jetzt nicht weiter eingehe, werde die die Aktie dennoch halten.

Ein paar Tage später hatte ich die ersten ETF-Anteile im Depot. Diesen bespare ich nach wie vor monatlich und habe dieses Jahr die Sparrate verdoppelt.

Ich weiß nicht mehr, was mich dazu getrieben hat, doch gegen Ende des Monats kam ich auf die Idee mir Ziele zu setzen. Nicht nur im Kopf und für mich alleine, sondern so richtig. Aufschreiben, aufhängen und anderen davon erzählen. Das tat ich dann auch. Am 25ten Mai setzte ich mir fünf Ziele:

  • Bis August aus der Kirche austreten
  • Bis Silvester 15.000€ investieren
  • Bis zum nächsten Xletix Lauf im September eine 10km Strecke in unter einer Stunde laufen
  • In den nächsten 5 Wochen 5 Bücher lesen oder hören
  • Und bis Oktober unter 80kg Körpergewicht kommen

Das waren sehr unterschiedliche Ziele. Manche erschienen sehr einfach, wie aus der Kirche auszutreten. Andere waren sehr willkürlich und viel zu hoch gesetzt, ohne überhaupt genauer drüber nachgedacht zu haben, ob ich sie erreichen kann, wie 15 Tsd. Euro anzulegen. Die anderen erschienen mir mit ein bisschen Fleiß und Disziplin, aber nicht auf einer Arschbacke absitzend erreichbar. Dazu wie und warum man sich Ziele setzt aber an anderer stelle mehr.

In direkter Konsequenz trat wenige Tage später auch ein Wendepunkt in meiner World of Tanks… Karriere ein. Ein paar neue Panzer waren rausgekommen und ich hatte den Mai über nochmal richtig viel Spaß am Spiel und dem neuen Content. Ich war sogar für meine Verhältnisse richtig gut und dann habe ich aufgehört. Von heute auf morgen. Ich habe mich mit einem Post im Forum des Clans verabschiede und bin von meinem Amt zurückgetreten.

Ich wollte nicht länger so viel Zeit in ein Spiel stecken, welches keinen langfristigen Nutzen für mich bringt. Das einzige, was ich davon habe ist Spaß in dem Moment, in dem ich spiele. Stattdessen wollte ich meine Karriere, Sport und Weiterbildung zu den Prioritäten erheben. Und das tat ich auch.

Juni – Here we go

Im Juni musste ich meine 5 Bücher in 5 Wochen Offensive durchziehen. Die Fünf Bücher habe ich auch geschafft:

  • Robert Kiyosaki – “Rich Dad Poor Dad” (Zum zweiten Mal)
  • Kolja Barghoorn – “Der rationale Kapitalist”
  • Rolf Dobellis – “Die Kunst des klaren Denkens”
  • Ray Dalio – “Work and Life Principles“
  • Dale Carnegie – “Wie man Freunde gewinnt”

Ich habe sie alle im Juni angefangen, doch schlussendlich acht statt fünf Wochen gebraucht. Das erste Ziel, dass ich mir groß an die Wand gemalt hatte, war also direkt verfehlt. Trotzdem habe ich 5 Bücher durchgehört, was ich ohne das Ziel nicht getan hätte.

Natürlich hat es mich gestört, dass dort jetzt ein unerreichtes Ziel an der Wand hing und mein Ehrgeiz wurde geweckt.

Juli – Lernen

Dale Carnegie – Wie man Freunde gewinnt

Ich habe den Titel im Juni angefangen und im Juli beendet. Für die, die es nicht kennen: Es ist eines der Standardwerke in der Persönlichkeitsentwicklung. Ein Augenöffner. Aus diesem Buch habe ich einiges gelernt. Unter anderem – und das klingt rückblickend banal – dass es nichts bringt zu versuchen andere Menschen zu ändern und dass man stattdessen sich selbst ändern sollte.

Diese Erkenntnis kam mir schon beim ersten Hören. Allerdings blieb sie nicht lange und ich kam über Umwege und durch wiederholte Lektüre immer wieder darauf zurück. Heute bin ich davon überzeugt. Das Buch habe ich inzwischen drei Mal durchgehört und mir mittlerweile sogar auch als physisches Buch gekauft und ins Regal gestellt, um mir die wichtigsten Stellen markieren und immer wieder raussuchen zu können.

Andere Menschen zu ändern, damit ich mein Leben so leben kann wie ich will und meine Ziele erreichen kann. Sie zu überzeugen das in meinen Augen vermeintlich richtige zu tun. Das war meine Strategie. Überzeugungsarbeit und Arbeitsaufwand waren in meiner Philosophie die nötigen Werkzeuge, um im Leben voranzukommen.

Dale Carnegie hat diese Philosophie beendet. Spätestens, nachdem ich einiges des gelernten daraus in meinem Arbeitsalltag angewendet habe und plötzlich mit einem “schwierigen” Kollegen viel besser und effektiver zusammenarbeiten konnte, war ich überzeugt.

Unabhängig von dem Buch war es der Beginn davon, dass ich nicht nur meine Umstände, sondern vor allem mich selbst hinterfragt habe. In der ersten Hälfte des Jahres habe ich mich finanziell gebildet. Von nun an war die Persönlichkeitsentwicklung das Top Thema.

In der Folge lernte ich einige wichtige Leute auf diesem Gebiet kennen, welche aktuell in der Szene aktiv sind: Bodo Schäfer, Tobias Beck, Dirk Kreuter, Dieter Lange, und und und.

Ein anderes Ziel habe ich in der Zeit und dem Umfang geschafft, in dem ich es mir vorgenommen hatte: Die 500 Meter zum Amtsgericht zu gehen, um aus der Kirche auszutreten, konnte ich abhaken. Es hat mich weniger Zeit gekostet es einfach zu tun als ich vorher darüber nachgedacht habe. Wie so oft.

August – Erfolgsjournal – Ziele setzen 2.0

Über den August könnte ich fast einen eigenen Artikel verfassen, denn da ging es richtig los. Das unbändige Verlangen etwas zu tun, zu bewegen, umzusetzen und noch mehr zu lernen, wurde so präsent, dass Taten folgten.

Ende Juli hatte ich angefangen Bücher zu bestellen und im August kamen sie nach und nach an. Auf zwei davon will ich an dieser Stelle genauer eingehen.

#1 – Bodo Schäfer – Die Gesetze der Gewinner

Die Gesetze der Gewinner mit ein paar Markierungen

Wenn man sich mit Finanzieller Freiheit und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, kommt man im deutschsprachigen Raum zwangsläufig nicht an Bodo Schäfer vorbei. “Die Gesetze der Gewinner” ist neben “Der Weg zur finanziellen Freiheit” das Standardwerk von ihm aus den späten 90ern und bis heute immer wieder durch neue Auflagen gepflegt worden. Beide. Das zweite davon hat vor kurzem auch seinen Weg in mein Regal, allerdings noch nicht auf meinen Nachtschrank gefunden.

Es war für mich das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ich hatte erkannt, dass ich noch viel lernen muss und war bereit meine Glaubenssätze in Frage zu stellen. Das Buch beinhaltet 30 sogenannte Gesetze, die man auch sorglos als Denkanstöße, Glaubenssätze, Richtlinien, Werte oder sonst etwas sehen kann.

Es geht darum wie wichtig es ist sich Ziele zu setzen, Gas zu geben, durchzuhalten, Erfolge zu feiern, anderen zu helfen, sich selbst und seine Glaubenssätze zu hinterfragen, stetig zu lernen und und und. All diese Punkte rannten bei mir offene Türen ein, die kurz vorher noch fest verrammelt gewesen waren.

Es bereitete mich mental auf die kommende Phase vor, brachte mich in die Startposition auf der Startlinie vom Rennen um den Erfolg. Denn dann kam das zweite Buch, das schlussendlich der Tropfen war, der das Fass zum überlaufen brachte

#2 – Dirk Kreuter – Entscheidung: ERFOLG

Zwei aktuelle Bücher von Dirk Kreuter
Zwei aktuelle Bücher von Dirk Kreuter

Ein super kurzes Buch mit super viel Inhalt auf sehr wenig Text komprimiert. Es ist mehr eine Stichwortsammlung als eine Fachlektüre.

Die Hälfte der 140 Seiten besteht aus inspirierenden Zitaten und BIldern. Sprichwörtlich jede zweite Seite. Es gibt Leute, die sich darüber aufregen, doch du nicht, denn ich habe es dir vorher gesagt.

Die andere Hälfte sind unbequeme und tiefgründige Erkenntnisse, die Dirk Kreuter in seinem Leben in seinen Notizbüchern gesammelt und hier zusammengefasst hat. Sehr direkte Aussagen, mit denen man sich mal länger selbst beschäftigen muss, um sie für sich richtig einzuordnen und verstehen zu können.

Der Inhalt ist so ohne den richtigen Kontext schwierig rüberzubringen, finde ich. Es reißt so viele Dinge an, die man selbst nochmal durchdenken muss oder auf die man durch andere Quellen vorbereitet sein sollte.

Aus meiner Sicht ist das Buch eine mehr als ausreichende Anleitung und Motivationshilfe, ein Kickstart in ein erfolgreiches Leben. Und genau das war es für mich.

Andererseits lässt es viele Fragen offen, die ich mich am Anfang nicht getraut hätte, mir selbst zu stellen und zu beantworten. Aus meiner Sicht ist es ein Buch für Leute, die sich schon das ein oder andere Mal mit dem Thema Mindset beschäftigt haben und offen für unschöne Selbstreflektion sind.

Wenn Du es nur kurz an einem Nachmittag Querlesen willst, um schnell an die Formel für Erfolg zu kommen, dann lies lieber BILD-Zeitung.

Mitten in der Lektüre von “Die Gesetze der Gewinner” kam “Entscheidung: Erfolg” an. Ich wollte zum Einschlafen mal reinlesen und habe dann bis 3 Uhr nachts wachgelegen und es in mich aufgesogen. Wo ich mich ein paar Tage zuvor noch bei Chris Stelljes’ Buch “Internetvisionär” einen Nachmittag lang durchgequält habe, konnte ich bei Entscheidung: Erfolg nicht aufhören. Dabei habe ich die meisten Teile mehrfach gelesen.

Es klingt vielleicht wie die reinste Werbeveranstaltung, doch es ist meine ehrliche Meinung: Das Buch hat in mir genau das ausgelöst, was der Titel sagt. Ich habe mich für den Erfolg entschieden. Und in der Konsequenz für eine Menge weiterer Dinge.

Am nächsten Tag bin ich in die Stadt gelaufen und habe mich mit Schreibwaren eingedeckt. Vorher hatte ich nicht einmal einen Kugelschreiber, höchstens ein paar Blatt Druckerpapier. Das Papierlose Büro war der Inbegriff meiner Arbeitsweise. Doch an dem Samstag, den 18ten August 2018 habe ich Notizbücher, Stifte, Textmarker und Klebezettel besorgt, um richtig Gas zu geben und umzusetzen, was ich bei Kreuter und Schäfer gelernt hatte.

Ich habe mit den Notizbüchern mein Erfolgsjournal gestartet. Dadurch habe ich damit begonnen jeden Tag aufzuschreiben, was ich erreicht habe.

Ich habe mir ein Rudel mittel- und langfristiger Ziele gesetzt.

Ich habe begonnen mir Pläne für die Woche zu machen, um Stück für Stück meinen Zielen näher kommen zu können. Um zu kontrollieren und optimieren, was davon geklappt hat. Zu beurteilen, welche Sachen mich nicht voranbringen, was ich somit in Zukunft besser lassen sollte.

Wochenrückblicke halfen mir zu reflektieren wie produktiv ich war und meine Selbstkontrolle zu steigern. Manchmal, wenn ich das Gefühl hatte nicht voranzukommen, konnte ich zurückblättern und sehen, dass das nicht stimmte. Es steigert tatsächlich ungemein das Selbstwertgefühl. Wie sie alle behaupten.

Eine der Maßnahmen, um meine Ziele zu erreichen, nämlich mein Einkommen drastisch erhöhen zu müssen, führte dazu, dass ich von Recruitern kontaktiert wurde und mit Unternehmen ins Gespräch kam, die ernsthaft an meinen Programmierfähigkeiten interessiert waren. Und zwar zu Gehältern, die mit meinen Vorstellungen in Einklang standen, sondern sogar darüber hinaus gingen.

Ich erreichte mein Ziel aus dem Mai, 10km in unter einer Stunde zu laufen. Ich erreichte es nicht nur, ich übertraf es sogar um einiges, indem ich ganze 12km in einer 5:45er Pace lief. 10km in einer Stunde wären eine glatte 6er Pace, also 6 Minuten pro Kilometer oder nach Adam Riese: 10km/h.

All diese Action und Erfolge im privaten Bereich veranlassten mich dazu auf der Arbeit gar kein besonderes Engagement mehr an den Tag zu legen, sondern mich voll darauf zu konzentrieren auf die Erfolgsspur zu kommen beziehungsweise dort zu bleiben.

Versteht mich nicht falsch. Ich habe nicht angefangen schlechte Arbeit zu leisten. Ich habe nur nicht mehr Vollgas gegeben, wie zuvor gerne. Denn ich mag es mich in alles, was ich tue, richtig rein zu hängen, doch diese Energie und Zeit brauchte ich jetzt woanders.

Zum Beispiel für diesen Blog. Anfang August habe ich die Webseite aufgesetzt und erste Erfahrungen mit dem ganzen Kram um WordPress, Webseite und Blogging an sich gesammelt. Ich wusste ja nur, dass man Artikel auf seiner eigenen Webseite veröffentlichen und damit später irgendwann vielleicht mal Geld verdienen kann. Es sollte eines von vielen Experimenten werden, um herauszufinden, was dabei wirklich herum kommt.

Heute weiß ich über meinen Blog zum Beispiel schonmal, dass es sehr lange dauern wird und schwierig ist, eine wirklich nachhaltige Leserschaft aufzubauen mit meiner Frequenz und meinen Themen. Die Konkurrenz ist professionell und zahlreich. Aber! Der Blog ist für mich mittlerweile ein erweitertes Erfolgsjournal.

Ich dokumentiere und reflektiere hier meinen Weg, was mir unter anderem Hilft auf eben diesem zu bleiben. Und wer weiß? Vielleicht zahlt sich die Arbeit sogar eines Tages aus.

War’s das denn jetzt für den August? Notizbuch, Kreuter, Schäfer, Recruiter, 12km Lauf, noch ein anderer Lauf – äh… ach den lass ich weg-, Konzentration auf private statt berufliche Aktivitäten, mehr Bildung und Bücher, Zielsetzungen… ja, das kann man dabei belassen.

Wie es mit diesem Zug, der jetzt in Fahrt gekommen ist, weiter geht, seht ihr bei der nächsten Maus!

Erster Eintrag im ersten Erfolgsjournal

1 Kommentar

Projekt Umfeldwechsel – Teil 1 – Investforke · 6. Februar 2019 um 22:04

[…] als die Hälfte an Monaten in denen gefühlt mehr als 90% der Geschichte stecken. Das gibt’s dann hier. Lasst mir Feedback da, ob euch dieses Format gefällt oder ihr lieber trockenes Infomaterial […]

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