Oder auch: Jahresrückblick 2018 Akt Drei und Vier

Das hier ist Teil 3 der Geschichte, wie ich dazu kam diesen Blog zu starten und was mich veranlasst hatte meine komfortable Lebenssituation radikal zu ändern. Zugleich ist es auch eine Art Jahresrückblick. Den ersten Teil gibt’s hier und den zweiten hier.

Zurück zum Zug, der Fahrt aufgenommen hatte. Im August war einiges los gewesen. Erfolgsjournal, Start der Bewerbungsphase durch Kontaktaufnahme mit Recruitern, Start dieses Blogs, blablabla

Ich habe die Notizen für diesen Artikel im Januar gesammelt. Schreiben tu ich ihn im Mai. Fertigstellen im Januar 2020. Es ist lange her. Ich habe Gründe, aber keine Entschuldigung. Damit habe ich mein Ziel von September bis April alle zwei Wochen einen Blogartikel zu veröffentlichen nicht erreicht. 

Ein paar Worte dazu, warum und wieso es so lange Pause gab, habe ich hier in einem extra Artikel verloren.

September – Entscheidungen

Es wurden ein paar Entscheidungen getroffen:

  • Jobwechsel
  • Tesla
  • Vertriebsoffensive
  • Podcasts
  • Umfeldwechsel

Jobwechsel

Anfang des Monats stand eine Dienstreise nach Bukarest an. Mit der gesamten Firma bestehend aus 8 Leuten. Dort sollten wir die Teams der anderen Unternehmen der Gruppe treffen und gemeinsam Zeit verbringen mit zwei, drei Programmpunkten. Ein klassisches Team Building Event. 

Davor, währenddessen und danach traten weitere Recruiter an mich heran. Es war dem ein oder anderen irgendwie schwierig verständlich zu machen, dass ich unvorbereitet aus einem Hotelzimmer heraus oder im Bus neben meinen Arbeitskollegen keine Bewerbungsgespräche per Videokonferenz führen wollte.

Nicht locker zu lassen ist oft eine gute Strategie, aber einfach mal zuhören und feststellen, dass die vermeintlichen Einwände keine Taktik zum Abwimmeln sind, sondern man einfach tatsächlich verfickt nochmal gerade nich kann, sollte die Kernkompetenz eines Personalvermittlers eigentlich nicht übersteigen 😀

Hätte, könnte, sollte, mimimi… genug aufgeregt.

Ich bin so unvoreingenommen in die Tage des Team Building gegangen, wie es mir zu dem Zeitpunkt möglich war. Es war mir kaum möglich. Denn ich habe mir kaum Mühe gegeben. Mein Ziel für den Trip war nüchtern zu beurteilen, was der aktuelle Unternehmenskurs für die Zukunft der Firma und somit meinen persönlichen Weg bedeuten kann. Ich habe mit verschiedenen Leuten aus verschiedenen Abteilungen über die alltägliche Arbeit, über alltägliche Probleme, über die Gesamtstrategie und die langfristige Lösung der alltäglichen Probleme gesprochen.

Danach war für mich klar, dass es mir beim Verfolgen meiner Ziele mehr hilft, wenn ich die Möglichkeiten wahrnehme, die sich mir durch das gesteigerte Interesse anderer Firmen ergaben. Also sagte ich einigen Vermittlern zu, dass ich an einem Wechsel latent interessiert war und begann abends per Skype, Telefonkonferenz oder Hangout an Bewerbungsgesprächen teilzunehmen.

Davon gab es dann einige den September über. Aber dazu kannst Du später mehr im Artikel über den Jobwechsel selbst lesen. Nachdem ich gehört hatte, welche Aufgaben ich bei anderen Unternehmen übernehmen sollte, wie die Strukturen und Freiheiten gestaltet waren und welche Chancen jeweils die Karriereleiter beinhaltete, war ich mir sicher, dass ich nicht länger bei meinem aktuellen Arbeitgeber bleiben möchte.

Die Stimmung ist von interessierter Offenheit in aktiven Wechselwunsch umgeschwenkt. Von dem Zeitpunkt an machte sich in mir gegenüber all der alltäglichen Probleme auf der Arbeit eine beruhigende Gelassenheit breit. Love it, change it or leave it. Das lebte ich zu der Zeit sehr intensiv aus.

Tesla und Investments

Auf der Finanzfront habe ich einen weiteren Meilenstein erreicht. Der erste Tesla Anteilsschein hat es in mein Depot geschafft. Warum ich das Unternehmen ausgewählt habe? Ich bin von der Vision und dem Vorsprung, den sie in ihren Kernkompetenzen haben, überzeugt. Ob das eine gute Investmententscheidung war, wird sich die nächsten Jahre zeigen. Ich habe mittelfristig vor meinen Bestand regelmäßig aufzustocken.

Im Gegensatz zu meinem Krypto-Portfolio. Diese habe ich im September aufgehört zu besparen. Abgesehen davon, dass die Kurse von Bitcoin und Co. seit anfang des Jahres ausschließlich nach unten orientierten, hatte ich meinen Investmentplan vollständig ausgeführt.

Ich wollte auf 2.000 Euro investiertes Kapital kommen und es danach ein paar Jahre liegen lassen. Mit der Hoffnung, dass sich das Kapital vervielfacht und dem Risiko, dass es komplett futsch ist. Komplett abgeschriebenes Risikokapital zum Zocken.

Im August hatte ich die letzte monatliche Sparrate etwas erhöht, damit alles glatt aufgeht und danach den Dauerauftrag gelöscht. Spoiler alert! Danach halbierte sich der Wert meiner Position noch einmal, bevor es anfang April 2019 erst wieder bergauf ging. Ich bleibe bei meinem Plan.

Podcasts

Dieser Punkt mutet ein bisschen unscheinbar an. Es liefen eine Menge DInge über das Thema Podcasts zusammen. Über eines der Wochenenden im September hinweg habe ich mit Freunden einen Roadtrip von West nach Ost, von Aachen nach Prag durchgeführt. Auf dem Weg gabe es noch ein paar andere Stationen. Ein Teil dieser Fahrtbespaßung bestand darin, Podcasts zu hören.

Meine Freundin hatte mich schon mehrmals darauf hingewiesen, dass Podcasts für mich eigentlich ein super Format wären. Ich hörte gerne Hörbücher auf Autofahrten, um mich mit den Menschen und den Denkweisen erfolgreicher Menschen zu beschäftigen. Oder, um mir Finanz- und Unternehmerthemen auch abseits von Biografien erklären zu lassen.

Auf der Reise war es dann soweit, dass wir auf den längeren Autobahnstrecken einfach mal in ein paar Folgen von hineingehört haben. Damit wurde einem Kumpel und mir eine neue Welt eröffnet.

Wenige Tage später stand ich in Köln auf der Start-Up Con und habe auf der suche nach interessanten Programmpunkten, an denen ich teilnehmen könnte, folgenden gefunden: “Growth hacking durch Podcasts mit Fabian Tausch”. Also habe ich mir vom – wie ich dann herausfand – Host des Jungunternehmer Podcasts etwas über das Geschäftsmodell, die Reichweiten, Formate und natürlich warum es sich als Zuhörer lohnt erzählen lassen.

Seit dem hörte ich vor allem den Jungunternehmer Podcast.

Ende des Monats habe ich mir bei der alljährlichen Geburtstagsaktion von Dirk Kreuter ein Vertriebsoffensive Flatrate Ticket für 2019 gekauft und festgelegt, dass ich mindestens 3 davon besuchen will.

Xletix

Das ist keine Entscheidung, sondern ein Hindernislauf. Xletix ist einer von vielen Veranstaltern, wie ToughMudder, MudMasters, Fischermen’sFriends und so weiter. Ich bin zum dritten Mal angetreten und mit meiner Freundin 12km durch Matsch, Schlamm, dreckiges Wasser und den trockenen staubigen Teil eines Steinbruchs gelaufen. Mit Wasserrutschen, Kletterwänden und allerlei anderen Hindernissen. Ein Riesenspaß, frag am besten selbst mal in deinem Umfeld. Es gibt immer einen, der schon mitgemacht hat.

Xletix war für mich 2017 der Grund überhaupt mit Sport und vor allem Laufen zu beginnen. Mit 4 Monaten Vorlaufzeit angemeldet und dann musste ich mir eine gewisse Grundfitness antrainieren. Im Laufe von 2018 hat es dann angefangen tatsächlich Spaß zu machen.

Mein Ziel, 10km in unter einer Stunde zu laufen habe ich eine Woche vor der Xletix tatsächlich noch erreicht, indem ich 12km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp unter 6 Minuten pro Kilometer gelaufen bin. Success!

Umfeldwechsel

Hier hat der Ochse die Hörner. Der Frosch die Locken.

Arbeit macht für gewöhnlich 8 Stunden eines Wochentags aus. Wenn man in einer StartUp Umgebung groß wird, wird es eher mehr als weniger. Inklusive Hin- und Rückweg macht das im Alltag dann gut und gerne die Hälfte der Zeit aus, die man wach ist. Also das halbe Leben. Da ich nun bereit war diese Hälfte komplett neu zu gestalten… warum nicht auch die andere Hälfte?

Über die Bücher, die ich zu der Zeit gelesen und gehört habe, sind zwei Gedanken besonders widerspenstig hängen geblieben. Wir sind der Durchschnitt der Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen. Und: Die Dinge, mit denen man am meisten Zeit verbringt, sind zwangsläufig mit der Zeit die Dinge, in denen man gut wird.

Mein Umfeld war zu diesem Zeitpunkt sehr studentisch geprägt. Kneipentouren, World of Tanks im Clan zocken, ein bisschen Sport, Wochenendausflüge, neuer Scheiß, geiler Scheiß, Spaß, Spaß, Spaß!

Meine Hobbies bestanden aus dem, was ich eh schon hauptberuflich tue und dazu Parties, Filme, Musik und Games. Als war mein Leben darauf ausgerichtet in diesen Dingen gut zu werden. Zocken, Feiern, Filme und Musik genießen. 

Obwohl man mit all den Dingen erfolgreich werden kann, ist es in der Regel ein kostenintensives Hobby, was sich wirklich daraus entwickelt. Das ist aber nicht, was ich erreichen wollte. Damit würde ich mein Ziel, bis 2027 Millionär zu sein, wohl kaum erreichen.

Also verband ich mit dem Jobwechsel auch einen Umfeldwechsel, indem ich so weit wegziehen würde, sodass die bisherigen Freizeitaktivitäten mit denselben Leuten nicht mehr möglich waren und ich mehr Zeit für Weiterentwicklung hätte. So die grobe Theorie. Das ganze hat Vor- und Nachteile, auf die ich später nochmal eingehe.

Der Entschluss stand fest: Durch Wegziehen das bisherige Umfeld konsolidieren. Ein Neustart in vielerlei Hinsicht sollte her.

Oktober – Der Anfang vom Ende

Bewerbungsgespräche

Anfang Oktober bin ich eine Woche lang quer durch die Republik gefahren, um die Unternehmen abzuklappern, bei denen ich im Recall war. Es reichte von einem lockeren Gespräch mit einer einstündigen Probeaufgabe bis hin zu einem ganzen Arbeitstag Probearbeiten inklusive Teilnahme an Strategiemeetings mit dem Team.

Ich war so das erste Mal in München. Mitten zur Oktoberfestzeit. Das hatte mich etwas überrascht und es war knifflig eine erschwingliche Schlafunterkunft zu ergattern, aber alle paar Stunden bei airbnb reinzuschauen hat sich schlussendlich ausgezahlt. Von der Stadt habe ich aber quasi nichts gesehen abgesehen von den Straßen, durch die ich von A nach B fahren musste.

Die Unternehmen haben für gewöhnlich einen Fragenkatalog für das Bewerbungsgespräch und einen Vortrag, den sie über das Unternehmen halten. Ebenso hatte ich meinen Vortrag vorbereitet, warum ich und das Unternehmen jeweil blablabla. Vor allem hatte ich aber fünf Fragen an die Unternehmen:

  • Gibt es im Team gemeinsame Aktivitäten außerhalb der Arbeitszeit?
  • Wird Weiterbildung gefördert?
  • Was ist die Vision der Firma und inwiefern wird diese im Team verfolgt?
  • Wie gestalten sich die Aufstiegsmöglichkeiten?
  • Gibt es Umzugsunterstützung?

Was ich mir bei den Fragen gedacht habe, was ich aus den Antworten gelernt habe, welche andere Strategien ich noch hatte und vor allem, wie gut oder schlecht sie aufgegangen sind, erkläre ich Detail im Artikel über den Jobwechsel.

Neuer Arbeitgeber und Kündigung

Nach der Woche an Bewerbungsgesprächen hatte ich mir eine weitere Woche Zeit genommen, um die Entscheidungen der Unternehmen abzuwarten und mich selbst zu entscheiden, ob eines davon in Frage kommt, oder ob ich das ganze noch einmal von vorne beginnen sollte.

Die Entscheidung lag zwischen einem Frankfurter StartUp, einem Heilbronner Mittelständler und einem Münchener Konzern. Ein Angebot habe ich schlussendlich nur vom Heilbronner Mittelständler erhalten und dieses auch angenommen. 

Morgens hatte ich den Arbeitsvertrag unterschrieben und auf dem Weg ins Büro bei der Post eingeworfen.

Am Vormittag bat ich meinen Chef um ein Gespräch und reichte die Kündigung ein. Das lag sehr weit außerhalb der Komfortzone.

Damit war die Bewerbungsphase dann aber auch vorbei.

Tesla

Ein paar Tage später habe ich erneut über DeGiro in Tesla investiert. Aktien zu kaufen verwandelte sich langsam von außerhalb der Komfortzone zu einer komfortablen Angelegenheit.

Wohnungssuche

Nachdem ich mich viel mit Frankfurt, Berlin, Hamburg  und München als potenzielle zukünftige Arbeitsstätten und damit auch Wohnorte beschäftigt hatte, war ich davon ausgegangen, dass so eine doch eher kleinere Stadt wie Heilbronn schon nicht so teuer sein wird.

Ich wurde eines besseren belehrt, als ich die Wohnungssuche gestartet hatte. Die Wohnungssuche ging schon mitte Oktober los, nachdem der Arbeitgeberwechsel schriftlich war. Wohnungen recherchieren, Besichtigungen vereinbaren, Scam aussortieren, nachfassen, keine Rückmeldungen bekommen.

Heilbronn liegt im Einzugsgebiet von Stuttgart, einer der begehrtesten Wohngegenden Deutschlands. Dazu kommt, dass Heilbronn selbst einige große Arbeitgeber direkt vor Ort oder in unmittelbarer Umgebung hat. Dazu zählen Audi (mit alleine schon ~17.000 Arbeitsplätzen), Lidl, Kaufland, Bechtle, Würth, Bosch, und so weiter.

Mein Ziel bei der Wohnungssuche war meinen Zielen entsprechend die Miete so niedrig wie möglich zu halten. Gleichzeitig wollte ich so nah wie möglich an sowohl der Arbeit als auch der Innenstadt wohnen. Zum Glück liegt meine Arbeitsstätte keine 2km von der Innenstadt entfernt. Mietpreis und Lage waren bei der aktuellen Nachfrage weit über dem Niveau, das ich auch Aachen kannte.

November

Interessant war neben dem Preis an auch die Konkurrenzsituation. Viele Wohnungsbesichtigungen wurden in Rudeln durchgeführt ohne sich mit den Personen selbst zu beschäftigen. Ich verstehe den Ansatz Masse statt Klasse bei der Vermietung nicht, bin aber selbst auch noch kein Vermieter. Meine Gedanken dazu lagere ich dann lieber in den dazugehörigen baldigen Artikel aus.

Summa summarum: Seit Mitte November bin ich Mieter einer kleinen Wohnung in 1,5 km Entfernung von jeweils der Innenstadt und der Firma.

Ab dann war die zweimonatige intensive Bewerbungs- und Wohnungssuchephase vorbei und ich konnte mich endlich wieder voll auf meine Arbeit konzentrieren.

Und darum geht es im nächsten und letzten Artikel dieser Reihe. Wie die letzten Wochen in meiner alten Wirkungsstätte gestaltet waren und wie der Umzug und Jahreswechsel abliefen. Außerdem gibt’s einen Ausblick darauf, was ich mir für 2019 vorgenommen hatte und ein paar abschließende Gedanken hinter den Entscheidungen 2018.

Auf bald!


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.