Dies ist der letzte Teil der Artikelserie, in der ich beschreibe, wie ich mein Leben von einer komfortablen Ausgangslage aus auf den Kopf gestellt habe. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Du diesen Artikel aufgemacht hast, obwohl Du die anderen noch nicht gelesen hast, begebe dich direkt ins Gefängnis, gehe nicht über Los und ziehe keine 8000 Mark ein. Da kannst du dann die anderen Teile nachholen: #1, #2, #3.

Hier kommt nur noch Akt 5, das Beenden der einzelnen Erzählstränge, das Zusammenfassen der Message und der Ausblick auf 2019. Ja, 2019. Weil man Jahresrückblicke ja immer nach Ablauf des Folgejahres veröffentlicht 😀

Um Dich kurz abzuholen: Der letzte Teil endete damit, dass ich mir selbst für die letzten drei bis vier Wochen im alten Job Fünfhundertmilliarden Tasks ausgesucht hatte, die unbedingt alle noch erledigt werden mussten. Von mir.

Dezember

Der ganze selbst gemachte Druck führte dazu, dass ich von morgens bis abends praktisch meine ganze wach-Zeit im Büro saß und gestresst war, weil ich alles auf einmal regeln wollte und natürlich nichts nach Plan lief. Hat richtig Spaß gemacht. Nur funktioniert hat’s nicht.

“Eine ausführliche Todo Liste zu schreiben führt nicht automatisch dazu, dass diese bis zur Deadline auch abgearbeitet ist.”

Am Ende kam noch dazu, dass mein Chef mich zusätzlich zu meinem Resturlaub spontan eine weitere Woche frei stellte. Ich glaube in seinen Augen erschien einfach alles als geregelt. Ich war unzufrieden mit mir selbst, so viele lose Enden übrig gelassen zu haben und ärgerte mich darüber, dass mir auch noch Zeit genommen wurde.

Die Welt ist jedoch auch heute noch nicht untergegangen. Rückblickend hätten ein paar Tage mehr auch keinen Unterschied mehr gemacht. Mich darüber aufzuregen war um ehrlich zu sein auch nur ein Verdrängungsmechanismus, um darüber hinweg zu täuschen, wie kacke das alles geplant war 😀

Es gab eine freundliche Verabschiedung, alle haben sich umarmt und sich gegenseitig alles gute für die Zukunft gewünscht. Das ganze fühlte sich an wie eine langjährige Beziehung mit tollen Höhepunkten aus reiner Vernunft zu zu beenden, weil man sich auseinander gelebt hatte.

Joah. Ende im Kapitel erster richtiger Job.

Umzug

Mitte Dezember war’s soweit: ein Sprinter, zwei Freunde, mein ganzer Besitz und ich fuhren von Aachen nach Heilbronn. Von hier an zählt ein neuer Abschnitt in meinem Leben. Der große Bruch war Vollzogen. 350km weit weg von meinem bisherigen Lebensmittelpunkt und all den Leuten und Strukturen, die das Umfeld dort ausgemacht haben.

Kein Stammdönerladen mehr, keine Stammkneipe, kein spontanes Freunde-besuchen, kein Auto, keine Studentenaktivitäten, zu denen ich häufiger eingeladen wurde, kein Fitnesstudio, kein Kiosk an der Ecke, der quasi immer auf hat. Alles außer Reichweite. Alles neu.

Nach dem Umzug an sich war ich erst einmal damit beschäftigt die neue Umgebung kennen zu lernen, Kisten auszupacken, Möbel aufzubauen und zu überlegen, was ich mit meiner neu erlangten Freizeit so anstellen soll.

Das Loch

Nein, damit ist nicht meine Wohnung gemeint. Die ist großartig :O

Endlich Zeit für Produktivität und das Aufbauen von etwas großem, das mich erfolgreich werden lassen soll. Doch anstatt voller Tatendrang Blogartikel zu schreiben, Affiliate Seiten zu bauen und sonstiges Internetunternehmertum walten zu lassen, sank ich hoffnungslos in ein Loch aus World of Tanks, Essenbestellen und jeder Menge Netflix, YouTube und Amazon Prime.

Du kennst das sicher. Man macht sich selbst so viel Druck, produktiv sein zu müssen, dass man davon erdrückt wird und schließlich gar nichts tut. Gepaart mit ein paar vorangegangenen sehr aufregenden und anstrengenden Monaten. Körper und Geist brauchten mal eine Pause.

Anstatt also die drei Wochen “Urlaub” zu nutzen, um mir ein Fundament für Nebeneinkommen zu legen, genoss ich es alleine in meiner Wohnung zu sein und meine Ruhe zu haben. 

Keine Mitbewohner, die irgendwie Lärm machen, Bad und Küche besetzen oder schlimmer noch mit einem kommunizieren oder interagieren wollen. Keine Essensreste und ungespülten Töpfe und Pfannen, die in der Küche auftauchen, ohne dass man gekocht hat. Keine Mülleimer, die überquellen, weil sie keiner runter bringt. Kein Klopapier, das plötzlich leer ist.

Sieben Jahre WG-Leben waren eine tolle Zeit und ich bereue sie nicht. Mein neuer Lebensentwurf mit seinen Tagesabläufen ist allerdings nicht mehr kompatibel mit dem Leben in einer Studenten-WG. Mal ganz davon abgesehen, dass sich kein Student mehr bin, sondern Jahren einem Job nachgehe, was eh noch nie so ganz kompatibel ware.

2019 Ausblick

Ziele

Für das Jahr 2019 habe ich mir ein paar Ziele vorgenommen. Aufgeteilt in die Kategorien:

  • Job
  • Sport
  • Sparen
  • Bildung
  • Side Hustle

Job

Am 2ten Januar geht’s im neuen Job los. Ich weiß noch nicht, was groß auf mich zukommen wird, daher habe ich für das Jahr die Ziele dahingehend relativ grob gefasst und mir vorgenommen: 

Karrieremöglichkeiten ausloten, Ziele mit Vorgesetzten vereinbaren und übertreffen.

Klingt Wischiwaschi. Ist es auch. Wir werden sehen, was draus wird.

Sport

Um sportlich aktiv zu bleiben will ich an sportlichen Events teilnehmen, zu denen ich trainieren muss und mich nicht einfach irgendwie mit der Alltagsfitness durchmogeln kann. Eines dieser Events sollte ein Halbmarathon werden. Das sind knapp 21km Laufen. 

Bisher war meine maximal an einem Stück gelaufene Distanz 16km und das ist etwas her. Also ist definitiv Training notwendig. 

Außerdem will ich ein weiteres Mal an der Xletix Challenge teilnehmen. Und zwar die 18km Variante.

Sparen

Finanzen sind für mich über die reine Altersvorsorge hinaus gewachsen und zu einem echten Hobby geworden. Als Ziel für 2019 habe ich mir hier gesetzt auf insgesamt über 20.000€ investiertes Kapital zu kommen.

Bildung

Investition in mein Humankapital habe ich für das Jahr 2019 als Hauptziel festgelegt. Spoiler: Aus der 2020er Zukunft kann ich das Jahr definitiv als Jahr der Weiterbildung betiteln. Ziele sind die folgenden:

  • 5 Mal die Vertriebsoffensive von Dirk Kreuter besuchen
  • Zum Thema Projektmanagement weiterbilden
  • Zum Thema Mitarbeiterführung weiterbilden
  • Allgemein 5 größere Veranstaltungen zum Thema Solopreneurship und Internet Business besuchen
  • 12 Bücher lesen

Was ich davon und darüber hinaus alles gelernt habe, liest Du im nächsten Jahresrückblick.

Side Hustle

Der Umfeldwechsel hatte unter anderem den Zweck mein Humankapital gewinnbringender zu nutzen und meinen langfristigen finanziellen schneller näher zu kommen. Dazu war der neue Job mit einem besseren Gehalt und besseren Karriereaussichten definitiv ein wichtiger Schritt.

Zum anderen wollte ich Freizeitaktivitäten loswerden, denen ich oft im alten Umfeld nachgegangen bin, die zwar Spaß gemacht, aber nicht in eine Verbesserung meiner Zukunft eingezahlt haben. Mit der frei gewordenen Zeit will ich neue Aktivitäten und Gewohnheiten etablieren, die das tun.

Eine dieser neuen Aktivitäten sollte sein im Internet eine Präsenz und Reichweite aufzubauen, um darüber per Affiliate Marketing Nebeneinkommen zu generieren. Zumindest will ich das in 2019 ausprobieren.

Wenn das nicht klappt, muss ich halt andere Wege finden, in meiner Freizeit ein Business aufzubauen.

Meine gesetzten Zwischenziele, um eben irgendwelche Ziele zu haben, sind für 2019:

  • Eine Affiliate Marketing Seite an den Start bringen und zur Profitabilität führen
  • Analyse Tools für Zeitverschwendungen heraussuchen, testen, eins aussuchen und meine Zeitverschwendungen damit tracken und budgetieren
  • Einen ganzen Monat lang auf täglich 6 Stunden Nettoarbeitszeit kommen.
  • Schlaf optimieren

Ja ich weiß, diese Ziele haben jeweils etwas Erklärungsbedarf. Ich gehe hier allerdings nicht weiter darauf ein. Mit diesem Artikel bleibe ich lieber mal im Rahmen. Dazu gibt’s dann noch genug Details im Jahresrückblick zu 2019. … und wahrscheinlich jedem weiteren…

That’s it

Das fasst mein Jahr 2018 zusammen. Ich hoffe ich konnte verständlich darlegen, was mich wie bei meinen Entscheidungen beeinflusst hat. Ich habe in meinem Leben das Kapitel “Aachen” beendet und nun ein neues Kapitel gestartet. Ich denke es wird den Titel “Eigenverantwortung” erhalten, doch die Zeit wird es zeigen.

Einige der Schritte, der Konsequenzen, die ich gezogen habe, erforderten es meine Komfortzone zu verlassen und neue Wege zu gehen. Ich musste, durfte, konnte dabei viel lernen und hatte natürlich immer wieder mit Zweifeln zu kämpfen und wusste nicht, wie ich Dinge abwägen sollte. Bereue ich etwas davon? Nein.

Sehr wertvolle Erfahrungen 🙂

Die erste Geschichte im neuen Kapitel ist: 2019 – Die Bildungsoffensive. Schau also wieder rein, wenn es Dich interessiert, was aus den großen Plänen und Zielen alles wird. Was geht schief und was wird vielleicht sogar besser als erwartet? Und was kann man aus all dem lernen?


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.