Ich werde eine neue Rubrik auf dem Blog eröffnen. Und zwar Zusammenfassungen. Wie bin ich auf die Idee gekommen? Ich habe sie von Bodo Schäfer und Dirk Kreuter gestohlen. Gestohlen ist der falsche Ausdruck. Ich habe Bodo Schäfer in Deshalb bringt Dir LESEN GAR NICHTS zugehört und seine Tipps mitgeschrieben. Dann habe ich noch Nachhaltig lesen – So liest Dirk Kreuter Bücher gesehen. Auch da habe ich mir etwas von mitgenommen. Warum ich jetzt Bücher Zusammenfassungen veröffentlichen will und wie du effektiver mit Büchern lernen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Die Vorauswahl

Dirk Kreuter erklärt in seinem Video, dass die Zeit, die man mit einem Buch verbringt, wertvoller ist als das Geld, das es kostet. Die Zeit, die man für ein Buch aufwendet sollte möglichst effektiv genutzt werden und es gilt zu vermeiden, dass man ein Buch durchliest und am Ende feststellt, dass man es sich auch hätte sparen können. Im Wesentlichen schlägt er folgende Vorgehensweise zum Auswählen und Durcharbeiten von Büchern vor:

  1. Buchempfehlungen sammeln
  2. Zusammenfassungen lesen (Er bewirbt Blinkist) und dann entscheiden, ob es für Dich gerade passt oder nicht
  3. Wenn es das Werk als Hörbuch gibt, dann als solches zuerst konsumieren
  4. Wenn man denkt man muss sich nochmal näher damit beschäftigen, dann erst das Buch als Hardware kaufen und entsprechend mit richtigem Zeitaufwand durcharbeiten.

Dieser Leitfaden, die richtigen Bücher herauszufiltern, um seine Arbeit und Zeit nicht an für einen selbst wertlosen Werken zu verschwenden, erscheint mir nachvollziehbar und praktikabel. Ich habe noch ein paar Bücher in der Warteschlange zuhause herumstehen. Für die Zukunft werde ich mit Blinkist weitere Literatur auswählen. Ich werde auch die Zusammenfassungen von den Büchern lesen, die ich schon hier stehen habe, um zu überprüfen, ob es wirklich eine gute Wahl war und so im Zweifel das eine oder andere verschenken.

Warum zuerst das Hörbuch hören? Manche Bücher haben einfach nicht die Informationsdichte, dass sich das lesen selbst lohnt. Außerdem kann man das Hören von Informationen viel besser als Lückenfüller in den Alltag einbauen als ein Buch zu lesen. Zugfahren, Flüge, beim Sport, im Auto. Überall, wo wir sonst eh nichts besseres zu tun hätten, als zu warten. Diese Zeit kann man durch Hörbücher und Podcasts großartig nutzen. Man kann die Informationen nur nicht so detailliert verarbeiten. Dazu im folgenden Abschnitt mehr.

Methodisches Durcharbeiten

Der nächste Schritt, wenn das Buch also auf meinem Schreibtisch oder Nachtschrank liegt und an der Reihe ist, ist das richtige Durcharbeiten. Wie behält man am meisten, wie nimmt man das wichtigste nachhaltig mit, wie behält man es im Kopf? Dazu hat Bodo Schäfer aus meiner Sicht sehr wertvolle Tipps in seinem Video mit uns geteilt.

  1. Lies nur, was dir Spaß macht
  2. Plane feste Lesezeiten in deine Woche
  3. Fange ein neues Buch nicht sofort zu lesen an
  4. Markiere mit Stiften und Post-Its deine persönlichen Learnings und ToDos
  5. Lies nicht mehr als eine Stunde am Tag und fasse das gelesene zusammen
  6. Fasse alle Zusammenfassungen am Ende weiter zusammen
  7. Frage dich, was du von dem Gelesenen JETZT umsetzt

Ich kann jedem empfehlen das Video einmal selbst anzusehen und sich Notizen dazu zu machen. Ungeachtet dessen werde ich hier nun meine Notizen und Gedanken dazu darlegen.

Tipp #1 – Lies nur, was dir Spaß macht

Habe immer 10 oder mehr Bücher im Regal, die du bald lesen möchtest. Damit hast Du immer eines da, auf das Du richtig Bock hast, wenn ein neues ansteht. Im Zweifel kannst Du dahin wechseln, wenn Dir das aktuelle gar nicht mehr gefällt.

Wenn es Dir schwerfällt weiterzulesen, es sich mehr nach Arbeit als nach Spaß anfühlt, hör auf zu lesen. Vielleicht ist es ein schlechter Tag zum Lesen und wir wollen auch nicht lesen, um zu lesen, sondern um zu lernen. Lege das Buch dennoch nicht direkt endgültig weg, sondern lies die ersten paar Sätze der nächsten zwei Kapitel und entscheiden dann, ob es sich lohnt den zähen Teil durchzulesen.

Dirk Kreuter verfolgt an dieser Stelle die Philosophie, dass man nicht jedes Buch zu 100% lesen muss. Wenn Dich ein paar Kapitel absolut nicht interessieren, überspringe sie einfach.

Tipp #2 – Plane feste Lesezeiten in deine Woche

Mindestens fünf Mal in der Woche eine Stunde lesen. Schäfer redet davon es abends nach der Arbeit zu tun, was ein naheliegender Zeitpunkt wäre. Doch ich bin ein Freund der Morgenroutine, da ich überzeugt davon bin, dass man morgens viel produktiver ist und mit der morgendlichen Produktivität direkt den ganzen Tag unter produktiv primen kann. In die Morgenstunden werde ich diese Lesesession also aufnehmen.

Wie bei jeder Routine gilt: Man muss seinen inneren Schweinehund ein paar Mal überwinden. Doch sobald sich eine Routine eingestellt hat, ist es eben dieser innere Schweinehund, der dich davon abhält sie zu ändern. Fünf Stunden lesen jede Woche sind hochgerechnet auf ein Jahr eine Menge Bücher. Diese stehen dann nicht einfach nur verstaubt im Regal, um den Anschein von Bildung zu erwecken, sondern sind mit dieser Methode nachhaltig in Deinem Hirn implementiert und stets abrufbar.

Tipp #3 – Fange ein neues Buch nicht sofort an

Stattdessen empfiehlt der liebe Bodo sich in Ruhe erst einmal den Klappentext durchzulesen. Was steht hinten auf dem Buchcover? Manche Bücher haben noch einen kurzen Text innen auf dem Umschlag, etwas über den Autor. Danach lies die Gliederung, um abzuschätzen, was dich erwartet. Das Vorwort und die Einleitung geben schonmal einen Vorgeschmack auf Inhalt und Schreibstil.

Wenn diese durch sind, blättere das Buch Seite für Seite durch. Dabei kannst Du ein paar Überschriften aufschnappen, aber bleibe nicht im Detail auf einer Seite hängen. Nimm Dir wirklich die Zeit jede einzelne Seite einmal umzublättern. Du nimmst es kaum wahr, aber dein Unterbewusstsein kann dadurch später beim richtigen Lesen, die Informationen schneller verarbeiten, indem es antizipieren kann, was als Nächstes kommt. Wie bei einem Film, von dem man schon ein-zwei Trailer gesehen hat, wenn man ins Kino geht.

Als nächstes empfiehlt der Money Coach den Autor zu googlen, um zu entscheiden, ob man von der Person lernen will. Das speziell haben wir hoffentlich schon bei der Vorauswahl gemacht. Allerdings lohnt es sich dennoch es zu tun, da man den Autor dadurch besser kennen lernt und sich vorstellen kann, wer einem da gerade etwas erzählt. Wenn Du ein paar YouTube Videos ansehen kannst, hilft es Dir die Stimme der Person im Hinterkopf zu haben. Es macht das Lesen zu einem interessanteren Erlebnis und verankert sich so noch einmal besser im Gehirn. Vielleicht erkennst Du eine Interviewaussage im Buch wieder und kannst diese miteinander verknüpfen.

Tipp #4 – Markiere Learnings und ToDos

Post-it-Wald
Post-it-Wald

Wir haben in der Schule hin und wieder auch etwas Sinnvolles gelernt: markiere die wichtigen Stellen im Text, damit man sich die essenziellen Informationen besser merken kann und sie schnell wiederfindet. Das gilt auch außerhalb der Schule noch! Es ist (hoffentlich) Dein Buch und keine Büchereiausleihe. Auch ist es kein Sammlerstück wie ein 60er Jahre Spiderman Comic, welches möglichst gut erhalten bleiben sollte. Ein Buch ist ein Werkzeug, um Wissen und Fähigkeiten zu erlangen, also markiere Dir die wichtigen stellen in zwei Kategorien.

Was sind Dinge, die Du neu gelernt hast und später nochmal durchgehen möchtest? Das sind die sogenannten Learnings.

Was sind die Dinge, die du Umsetzen möchtest? Was sind deine ToDos?

Wenn die Handlungen nicht direkt im Text stehen, sondern dir dazu Ideen gekommen sind, dann schreibe sie an den Rand.

Tipp #5 – Lies nicht mehr als eine Stunde am Tag

Es klingt zunächst nach einer willkommenen Ausrede: „Der Schäfer hat gesagt: ich soll nicht so viel lesen“. Andererseits will manchmal den Rest des Abends weiterlesen, wenn man einmal gefesselt ist. Tu das nicht.

Dahinter steckt ein System. Die Idee ist, dass man nicht mehr als eine Stunde intensives Durcharbeiten eines Buches am Tag verarbeiten sollte. Nach dem Lesen kommt nämlich noch das Zusammenfassen und je nach Inhalt auch das Umsetzen. Aus Deinen Markierungen und Notizen formulierst Du eine Zusammenfassung von sechs bis sieben Sätzen zu schreiben.

Jedes Mal, bevor Du eine neue Session startest, liest Du die Zusammenfassung vom Vortag. Damit reflektierst Du das bereits Gelesene mit etwas zeitlichem Abstand, rufst es Dir klar ins Kurzzeitgedächtnis zurück und festigst es im Langzeitgedächtnis. Das wirkt wie das Aufwärmen vor dem Sport.

Tipp #6 – Fasse alle Zusammenfassungen am Ende weiter zusammen

Wenn man sein Buch dann nach ein paar Tagen endlich durchgearbeitet und alle seine Zusammenfassungen geschrieben hat, ist es an der Zeit alles auf 10 bis 15 Sätzen zusammenzuschrumpfen. Damit hast Du in eigenen Worten die persönlich für Dich wichtigsten Dinge aus dem Buch in einem kleinen Text verpackt, mit dem Du dir später das gesamte Buch wieder ins Gedächtnis rufen kannst. Wie ein Zauberspruch, der das ganze Wissen aus den tiefen deines Kopfes heraufbeschwört.

„Perfektion istnicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn mannichts mehr weglassen kann.“ 


– Antoine deSaint-Exupéry, französischer Schriftsteller (z.B. Der kleine Prinz)

Auch hier lohnt es sich Learnings und ToDos noch einmal herauszustellen, um später zurückkommen und überprüfen zu können, ob man wirklich noch auf dem richtigen Pfad ist. Wenn Du nicht auf Anhieb verstehst, wie Du auf deine Schlussfolgerungen gekommen bist, gehst Du in die entsprechenden Kapitel und liest dort die Notizen. Aus irgendeinem Buch irgendeines Autors wird Dein persönliches Werkzeug, mit dem du Treppenstufen in die steilen steinigen Wände im Berg des Erfolges schlagen kannst, um ihn zu erklimmen.

Tipp #7 – Frage dich, was du von dem Gelesenen JETZT umsetzt

Legst Du das Buch nun abgearbeitet beiseite, solltest Du Dich fragen, was du konkret tun kannst mit dem neu erlangten Wissen. Wissen allein macht nicht erfolgreich. Angewandtes Wissen, das Ausnutzen eines Informationsvorsprungs, das ist, was Dir den Vorteil verschafft. Oft werden in den Büchern konkrete Handlungsanweisungen gegeben. Frage Dich, welche davon du jetzt umsetzen kannst.

Viele davon hast du hoffentlich schon in den kleinen Zusammenfassungen der Kapitel für dich herausgearbeitet und mit der Umsetzung begonnen. Das Buch als Ganzes stellt die einzelnen Punkte in einem Kontext zusammenhängend dar. Nimm Dir die Zeit, um für Dich festzustellen, was Du jetzt tun kannst, um eine bessere Version Deiner selbst zu werden.

Was dabei am wichtigsten ist: fange sofort damit an. Es gibt diese oft zitierte Regel, dass Du innerhalb von 72 Stunden nach einem Impuls mit der Umsetzung beginnen musst. Tust du dies nicht, geht die Wahrscheinlichkeit gegen 0, dass Du es tatsächlich tust. Die Trägheit relativiert Motivation und Tatendrang auf Dauer immer. Ausreden, die Dich heute davon abhalten, will jetzt gerade ein schlechter Moment ist, halten Dich in zwei Wochen auch noch davon ab.

Die Nachbereitung

Zur Nachbereitung eines Buches ist in den Tipps #6 und #7 schon genug gesagt. Hier kommen wir jetzt dazu, was ich als konkrete Handlung für mich daraus erschließe. Es handelt sich bei den links am Anfang des Artikels um zwei YouTube Videos und nicht um ein Buch. Doch diese zwei Videos sind nicht die einzige Quelle, die mir auf die eine oder andere Weise die hier beschriebenen Vorgehensweisen in Teilen nähergebracht haben. Von Dirk Kreuter und Bodo Schäfer habe ich jeweils Bücher gelesen, ohne zusammenzufassen oder konkrete Handlungen daraus abzuleiten.

Das soll sich an dieser Stelle ändern. Ich werde diese Bücher nach den hier besprochenen Methoden erneut durcharbeiten. Zusätzlich werde ich meine Ergebnisse hier auf dem Blog unter einer eigenen Rubrik veröffentlichen und meine Learnings und Todos mit euch teilen. Das Ganze wird nicht regelmäßig passieren, denn die Bücher sind unterschiedlich lang, lassen sich unterschiedlich schnell lesen und haben eine unterschiedliche Informationsdichte. Dennoch hoffe ich alle paar Wochen eine Zusammenfassung veröffentlichen zu können. Durch das Veröffentlichen des Vorhabens hier, drücke ich mein Commitment aus und erhöhe den Erwartungsdruck, um es auch wirklich durchzuziehen.

Routine schlägt Aufwand

Ich möchte einen Grundsatz des ganzen noch einmal besonders betonen. An diesem Punkt kommt wieder die Routine ins Spiel. Und damit auch die geliebte Disziplin. Denn verpasst man einen geplanten Tag zu lesen, kann man diesen Tag nicht nachholen, denn dann würde man ja zwei Stunden lesen und das Zusammenfassen oder Umsetzen vernachlässigen und damit die Effektivität verringern.

Aus einem Tag überspringen werden irgendwann zwei oder drei und dann ergibt sich ein so hoher Haufen angestautem Lesestoff, dass man sich dafür fürchtet überhaupt wieder anzufangen. Die üblichen Leiden der Prokrastination. In Ausnahmefällen kann es immer dazu kommen, dass man einen oder einige Tage lang mal nicht zum Lesen kommt. Das kann passieren und müssen wir so hinnehmen und nicht versuchen nachzuarbeiten.

Dennoch sollte es die absolute Ausnahme bleiben. Routine schlägt Aufwand. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse. Stetiges konsequentes Handeln und Trainieren schlagen immer kurzfristige Anstrengungen und Talent. Auf kurze Sicht mag es anders aussehen, aber auf Jahre betrachtet wirst du vergeblich nach Gegenbeispielen suchen.

Der Normalzustand hat zu sein, sich an die Regel zu halten und nicht der Regel zu folgen, wenn gerade nichts anderes ist.

Vielen Dank fürs Lesen

Der Artikel ist jetzt ungefähr drei Mal so lang geworden, wie geplant. Deswegen danke ich Dir erst recht, dass du bis zum Ende durchgehalten hast! Vielleicht lohnt es sich für dich sogar hiervon eine kleine Zusammen zu schreiben und direkt ins Umsetzen zu kommen. Siehe Dir auch die Videos an, die mich inspiriert haben. Sie stellen es noch einmal aus einem anderen Blickwinkel dar.

Lass mir gerne Deine Gedanken zu der Methode da. Glaubst Du, dass man damit effizienter aus Büchern lernen kann? Was sind Deine Tricks?


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